Hallo Leser,

heute möchte ich gerne mal wieder einige Worte zum Deployment loswerden. Aufmerksame Leser kennen meinen Beitrag Multi-Windows-Installation-Stick mit Microsoft Deployment Toolkit ! Mit meinem heutigem Beitrag möchte ich gerne darauf aufsetzen.

Ich wurde oft gefragt: „Sag mal Andi, geht das mit dem Multi-Windows-Installation-Stick eigentlich auch mit Windows 10?“. Leider musste ich lange Zeit, auch während der Preview Phase immer mit „Derzeit nicht, wenn nur mit viel Glück“ antworten. Während der Preview Phase war MDT 2013 nicht in der Lage die Betriebssystemversion 10.0.x.x zu verarbeiten. Erst mit dem Update auf MDT 2013 SP 1  wurde Windows 10 offiziell Unterstützt. Aus eigener Erfahrung war diese Unterstützung eher schlecht als Recht, oder wie sagt man?

Ich muss dazu sagen, ich versuchte die Installation auf meinem Bestandssystem mit Windows 8.1 und einer vorhanden MDT Installation – Keine allzu gute Idee! Nun war kein Image mehr Bootfähig und meine Konfiguration war auch dahin (Backup war selbstverständlich vorhanden) .

Auch ich habe Windows 10 installiert, und kam nun ENDLICH dazu mich erneut mit dem MDT 2013 Service Pack 1 auseinanderzusetzen. Es funktioniert :)

Hinweis 1 – USB-Stick und Dateisysteme

Nunja, ich hatte nun, wie in meiner vorherigen Anleitung geschildert, Windows 10 Build 1511 in der Enterprise, Pro & Home Variante im MDT :) Nachdem ich die Fertige ISO-Auf meinen Stick kopieren wollte, war dieser 2 GB zu klein. Schlecht, da es bereits ein 32 GB Stick gewesen ist! Hier mal einige Fakten:

Größe  Dateisystem Bootmodus Einschränkung
 bis 32 GB FAT32  BIOS / UEFI 4 GB Dateigrößenlimit
 bis 32 GB  NTFS  BIOS  NTFS-Einschränkungen
 ab 32 GB  NTFS  BIOS  NTFS-Einschränkungen
 ab 32 GB  Large FAT32  BIOS / UEFI 4 GB Dateigrößenlimit

01 Rufus USB Boot ToolsUEFI unterstützt halt nur FAT32, also muss getrickst werden. Da Windows mit Boardmitteln leider kein „Large FAT32“ Laufwerk erstellen kann, habe ich mir mit einem Drittanbietertool geholfen: Rufus!

 

Nachdem ich meinen Stick nun entsprechend formatiert hatte, wollte ich die Daten aus der ISO-Übertragen. Da ich aber wusste, das ein „aufgezeichnetes“ Windows 7 Image die 4 GB Grenze überschreitet, musste ich erneut tricksen. Nächster Hinweis;)

Hinweis 2 – Große WIM-Dateien und das 4 GB Limit – MDT Konfiguration

Microsoft ist die Problematik bekannt, daher existieren keine WIM-Dateien von MSFT die das 4 GB Limit überschreiten. Da es allerdings dazu kommen kann, hat MSFT eine Lösung geschaffen. Mit Hilfe von DISM kann ich große WIM-Dateien splitten / aufteilen. Eine 6 GB WIM, ergibt demnach 2 SWM-Dateien. Im MDT kann in der Konfiguration angegeben werden ob WIM-Dateien grundsätzlich gesplittet werden sollen, damit habe ich allerdings keine gute Erfahrung gemacht. Denn nachdem ich die Konfiguration des WIM-Split gesetzt hatte, wurde der DS nicht aktualisiert, sprich die operationSystems.xml suchte immer das Falsche Abbild :(

Der Parameter steht in der Settings.xml im Ordner „\%DeploymentRoot%\Control“

  <SkipWimSplit>True</SkipWimSplit>

 

True ändert die Größe nicht! False dagegen schon und splittet die WIM-Dateien!

Ist ein großes WIM-Abbild vorhanden kann dieses mit dem folgendem Befehl  manuell gesplittet werden (nicht in Windows 7):

DISM.exe /Split-Image /ImageFile:D:\MDT\OS\install.wim /SWMFile:D:\MDT\OS\install.swm /FileSize:4000

02 DISM Befehl nach ausführung

 

Wird die übergroße WIM-Datei im MDT Deployment Share zu einer SWM-Datei geändert, muss die OperatingSystems.xml geändert werden. In dieser habe ich meinen Eintrag für die Windows 7-WIM gesicht und auf SWM geändert. In der SWM-Datei ist der link auf die Nachfolgenden SWM vorhanden. Somit muss ich nur „install.wim“ durch „install.swm“ ersetzen!

03 OperatingSystems.xml mit swm

Zugegeben, ich hab ein wenig gesucht bis ich den Eintrag der „WIM“ gefunden habe ….

Hinweis 3 – Unnützes in Windows 10 während des Deploymentprozesses ausschalten!

Windows 10 – Jaaaaa, super Betriebssystem, ABER! Also an einigen Stellen hat MSFT sich schon richtig Gedanken gemacht, wie der Benutzer am einfachsten Daten auf deren Servern hinterlassen kann! Eins vorweg, ich habe noch nicht alles ausgeschaltet, will aber heute aufzeigen wie ich begonnen habe und was ich bereits umsetzen konnte.

Zunächst habe ich den Standard-Client-Task-Sequenz des Windows 10 (Build 1511) angepasst.

Schritt 1 – Task Sequenz anpassen

  1. MDT öffnen –> Deployment Share auswählen –> Task Sequences
  2. Windows 10 via Rechtsklick auf „Eigenschaften“
  3. Registerkarte „Task Sequence“ auswählen
  4. Ich habe mir unterhalb von „State Restore“ im Ordner „Custom Tasks“ 4 neue Objekte angelegt! (Bild 4)
    1. PowerShell Execution Policy Bypass – Damit ich mein PS-Skript ausführen darf (Bild 5)
    2. PowerShell Skript zur Deinstallation vorinstallierter Apps –> Download  (Bild 6)
    3. Windows 10 Sonstige Einstellungen über Batch Datei –> Download (Bild 7)
    4. Und ein anschließender Neustart (Bild 8)
  5. Fertig
 Der Ordner „Custom Task“ kann kopiert werden und so in eine weitere Task Sequenz eingefügt werden

Schritt 2- Skripte kopieren

  1. Die Skript (Download oder Eigene) in das Verzeichnis %DeploymentRoot%\Scripts kopieren!

Schritt 3 – ISO erstellen / Update Media Content

Skripte sind fertig, Task Sequenz angepasst! Jetzt kann wie bisher auch das Medium erstellt werden. Die Anpassung am DS ist abgeschlossen!

Schritt 4 – Installation und Test ;)

Ich teste die ISO nun in Hyper-V!

  1. ISO in VM mounten
  2. Boot-Prozess initiieren
  3. Betriebssystem auswählen (Bild 9)
  4. Weitere Abfragen beantworten –> Installation abwarten (Bild 10)
  5. Custom Tasks werden ausgeführt (Bild 11)
  6. Deployment-Prozess abgeschlossen und schnell einen zusätzlichen Benutzer angelegt (Bild 12)
  7. Der neu erstellte Benutzer wird shcnell angemeldet und es gibt keine nervigen Apps mehr und das Startmenü ist „fast“ leer! (Bild 13)
  8. Fertig …. Puhhh :)

Ich hoffe es hat euch gefallen! Liken, Kommentieren & teilen …:) Danke!

Administratorgrüße – Andi